Legiano 1 ist mehr als ein Projekt – es ist ein strategischer Meilenstein für die Gemeinde Legiano im Kanton Tessin. Seit Jahren steht die Region für eine dynamische Mischung aus traditioneller Landwirtschaft und moderner Infrastrukturentwicklung. Doch mit dem Legiano 1-Projekt wird ein neuer Impuls gesetzt: ein zentraler Standort, der nicht nur logistisch, sondern auch wirtschaftlich und ökologisch eine Schlüsselrolle spielt. Die Initiative zielt darauf ab, die lokale Wertschöpfungskette zu stärken und gleichzeitig die Attraktivität der Region für Investoren und Arbeitskräfte zu erhöhen. Besonders spannend ist dabei die Verbindung zu bestehenden Initiativen wie dem „Legiano 2030“-Plan, der bis 2030 die Entwicklung des Kantons vorantreiben soll.

Der Name Legiano 1 verweist auf eine historische Kontinuität, aber die Umsetzung des Projekts ist bewusst neu gedacht. Während die erste Phase des Legiano-Projekts bereits seit den 2000er-Jahren diskutiert wurde, wurde sie bisher durch politische und finanzielle Hürden gebremst. Nun, mit der aktuellen Regierungskoalition und einem klaren Fokus auf nachhaltige Urbanisierung, wird der Bau eines multifunktionalen Zentrums mit Wohnraum, Gewerbeflächen und öffentlichen Räumen vorangetrieben. Ein zentrales Element ist dabei die Integration grüner Technologien: Solaranlagen auf den Dächern, Regenwassermanagement und die Nutzung von lokalen Rohstoffen wie Holz aus der Region sollen den ökologischen Fußabdruck minimieren.

Ein konkretes Beispiel für die praktische Umsetzung ist das geplante „Legiano 1 Business Center“, das als Anker für kleine und mittelständische Unternehmen aus der Region fungieren soll. Besonders im Blick sind Branchen wie Lebensmittelverarbeitung, Handwerk und erneuerbare Energien. Ein Pilotprojekt mit einer Kooperation zwischen der Gemeinde Legiano und dem Kanton Tessin zeigt bereits, wie solche Initiativen funktionieren können: Seit 2022 haben sich über 20 Unternehmen im Rahmen eines Förderprogramms im Legiano 1 Business Center niedergelassen, was die lokale Arbeitsplatzdichte um rund 15 Prozent erhöht hat. Doch nicht nur die Wirtschaft profitiert – auch die Lebensqualität in der Region steigt. Durch die bessere Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel und die Schaffung von Grünflächen wird Legiano zu einem attraktiveren Wohnort für Familien und Pendler.

Doch was macht Legiano 1 besonders? Ein zentraler Faktor ist die partizipative Planung, die von Anfang an die Bevölkerung und lokale Akteure einbindet. Ein Bürgerforum, das bereits im Jahr 2022 ins Leben gerufen wurde, hat zu einer breiten Akzeptanz des Projekts beigetragen. Besonders gelobt wird dabei die Transparenz: Jede Phase der Planung wird öffentlich dokumentiert, und regelmäßige Updates informieren über Fortschritte und mögliche Anpassungen. Ein weiteres Highlight ist die Zusammenarbeit mit der Universität Zürich, die im Rahmen eines Forschungsprojekts die ökologischen Auswirkungen des Projekts analysiert. Die Ergebnisse werden in einem offenen Report veröffentlicht, der Investoren und Planern als Grundlage für zukünftige Entwicklungen dient.

Die Kosten für Legiano 1 liegen in den ersten Phasen bei rund 400 Millionen Franken, wobei der Kanton Tessin rund 250 Millionen und die Gemeinde Legiano rund 100 Millionen beisteuert. Die restlichen Mittel stammen aus Förderprogrammen der EU und privater Investoren. Ein zentraler Punkt ist dabei die Finanzierung der öffentlichen Räume und der Infrastruktur, die für alle Nutzer kostenlos zugänglich sein sollen. Besonders in den Fokus gerückt werden soll die Verbesserung der Mobilität: Ein neuer Busbahnhof mit Umsteigemöglichkeit zu den Regionalbahnen und einem geplanten Radwegnetz soll den Individualverkehr reduzieren und die Luftqualität in der Region deutlich verbessern. mehr erfahren

  • Seit 2022 haben über 20 Unternehmen im Legiano 1 Business Center ihren Sitz; die lokale Arbeitsplatzzahl stieg um rund 15 Prozent.
  • Die Gesamtkosten für die erste Phase des Projekts betragen 400 Millionen Franken, davon tragen Kanton und Gemeinde 350 Millionen.
  • Das Legiano 1 Business Center ist Teil eines Förderprogramms, das von der EU und lokalen Partnern unterstützt wird.
  • Seit 2022 gibt es ein Bürgerforum, das die Planung transparent und partizipativ gestaltet.
  • Der geplante Busbahnhof verbindet die Region mit den Regionalbahnen und einem neuen Radwegnetz.
  • Die Integration grüner Technologien wie Solaranlagen und Regenwassermanagement soll den ökologischen Fußabdruck um bis zu 30 Prozent reduzieren.

Doch was bleibt, wenn Legiano 1 umgesetzt ist? Die Vision ist klar: Eine Region, die nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ökologisch und sozial nachhaltig wächst. Die ersten Schritte zeigen, dass es möglich ist, Tradition und Moderne so zu verbinden, dass beide Seiten profitieren. Für die Gemeinde Legiano ist Legiano 1 ein Zeichen dafür, dass Investitionen in die Zukunft nicht nur sinnvoll, sondern auch notwendig sind. Gleichzeitig bietet das Projekt eine Vorreiterrolle für andere Gemeinden im Kanton Tessin, die ähnliche Herausforderungen angehen. Die Frage ist nun, ob die Region die Chance nutzen wird, sich als Vorreiter der nachhaltigen Entwicklung in der Schweiz zu etablieren.